Info: Grau hinterlegte Flächen haben ein Untermenü

E-Mail

Die Kapelle

Die Kapelle auf dem Schönberg in Röllshausen

 

Noch keine zwei Jahrzehnte ist es her, dass die Rettung der Kapelle auf dem Schönberg vor dem drohenden Verfall begann. Engagierte Röllshausener Bürger gründeten 1994 den „Förderverin Schönbergkapelle“. Treibende Kraft war Rechtsanwalt Timm Riedinger, der in Röllshausen aufwuchs. Mit Pfarrer von Dobschütz, Bürgermeister Erich Diehl und Ortsvorsteher Heinz Diehl entstand eine Bürgerinitiative, die sich mit ganzer Kraft für die Sanierung der Kapelle einsetzte. Einst weithin sichtbar, wuchs sie im Laufe von Jahrzehnten vollkommen ein. Ihr baulicher Zustand war erschreckend schlecht: Der Dachstuhl nur provisorisch vor dem Einsturz gesichert, die Dachdeckung und der Glockenturm marode, die Decken des Kirchenschiffs schadhaft.

 

Für eine Grundinstandsetzung musste eine Bestandsaufnahme erfolgen und ein Maßnahmenkatalog erstellt werden. Der Rat von erfahrenen Fachleuten war gefragt.  Bald war das Team gefunden, Denkmalpfleger, Statiker, Architekten und Landschaftsgestalter wurden beauftragt. Nach gründlichen Vorarbeiten konnte 1998 die Sanierung unter Leitung der Architekten Sichau und Walter beginnen.

 

Zur 1000 Jahrfeier der Schönbergkapelle waren die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen, so dass im Jahr 2000 ein großes Einweihungsfest gefeiert werden konnte.

 

Warum solcher Aufwand für ein fast vergessenes Bauwerk?  Der Schönberg mit seiner Kapelle ist kein x-beliebiger Berg mit einem Dorfkirchlein.  Hier treffen Kriterien zusammen, die den höchsten Rang als Geschichts- und Kulturdenkmal ausmachen. Schon in vorchristlicher Zeit als heilige Stätte verehrt, entstand zur Zeit des Heiligen Bonifatius eine erste Missionsstation. Auf dem stufenförmigen Basaltkegel, der in der Schwähmer Landschaft aufragt, errichtete man dann im frühen Mittelalter den massiven Bau. Romanische Bauteile sind erhalten und in rund 250jährigen Abständen erfolgten Umbauten, Ergänzungen und Renovierungen, so dass die Kapelle - einer Wallfahrtsstätte gleich -  religiöser Mittelpunkt der Region blieb.

 

Umgeben ist die Kirche von der terrassenförmigen Friedhofsanlage, mit der sie ein einmaliges Naturdenkmal bildet. Alles in allem: Der Schönberg mit seiner Kapelle gehört zu den wenigen erhaltenen Beispielen frühester christlicher Stätten in Deutschland, ein kostbares Kleinod von überregionaler europäischer Bedeutung.

 

Mit der 1000 Jahrfeier begann auch wieder kirchliches Leben in der Kapelle. Hochzeiten und Taufen, festliche Gottesdienste und Konzerte finden statt. Höhepunkt des Jahres ist wieder der traditionelle Himmelfahrtsgottesdienst, zu dem die umliegenden Gemeinden wallfahrten. Denn - bei aller Ehrfurcht vor dem historischen Ort - ohne die eigentliche religiöse Zwecksbestimmung wäre die Kirche doch nur ein leeres Baudenkmal.

 

In den vergangenen Jahren wurden die Bauarbeiten und die Landschaftsgestaltung weitergeführt und im wesentlichen beendet. Aber einen endgültigen Abschluss wird es nie geben. Nun besteht die Aufgabe aller am Aufbau und der Renovierung Beteiligten in der Pflege und Bewahrung des Erreichten!

 

 

 

Prof. Friedhelm Grundmann

 

Hamburg, 14.05.2011

 

[Intro] [Willkommen] [Die Kapelle] [Geschichte] [Veranstaltungen] [Der Förderverein] [Bildergalerie] [Rundgang] [Förderung] [Anfahrt] [Impressum]